Die Pfarrpatronin St. Klara

Wann lebte Klara?

Die Pfarrpatronin St. Klara

Klara kommt 1193 oder 1194 in Assisis Oberstadt, Umbrien, Mittelitalien unter dem Namen Clara di Favarone zur Welt. Die Adelstochter wächst behütet in einem Turmhaus auf. Ihre Aufgabe soll es später einmal werden, eine Familienallianz durch ein geschicktes Hochzeitsarrangement zu schmieden, wobei wirtschaftliche und politische Interessen im Vordergrund stehen. Liebe, Gefühle und Glück spielen nur eine untergeordnete Rolle.

 

Wie verbrachte Klara ihre Kindheit?

Die meiste Zeit ihrer Kindheit und Jugend verbringt Klara im eingeschlossenen Turmhaus der Familie. Wohlbehütet, von den äußeren Einflüssen nicht verdorben zu werden, verlässt sie in Begleitung ihrer Familie, edel gekleidet, die Mauern nur, um den Gottesdienst in Assisi aufzusuchen. Vielmehr kommen Geistliche in das Turmhaus und unterrichten sie im Lesen, Schreiben und der lateinischen Sprache. Das Lesen der damaligen Romane weckt in Klara eine Abenteuerlust. Eine neue Welt eröffnet sich.

 

Warum ließ Klara ihr altes Leben zurück?

Um das Jahr 1208/09 wird Klara 15 Jahre alt, sie befindet sich im heiratsfähigen Alter. In ihr wächst zunehmend der Widerstand, auf die Heiratspolitik ihrer Familie einzugehen. Hinzu kommt, dass Klara aufmerksam wird für die Armut. So soll sie schon als Kind den Armen von ihrem Teller zu essen gegeben und auf ihre Portion verzichtet haben. Auch der Kontakt zu den Mägden ermöglicht Klara zu verstehen, wie das Leben außerhalb der geschützten Mauern aussehen muss. Und dann sieht sie selbst das Leid auf ihrem Weg zur Kirche. Bereits am Kirchenportal sitzen Arme, Aussätzige und Obdachlose und erbetteln sich etwas Geld oder Nahrung. All diese Eindrücke gehen an Klara nicht spurlos vorüber. Klaras einziger Wunsch ist es fortan, in religiöser Armut zu leben. Sie begibt sich auf die Suche nach Verbündeten und trifft dabei auf die franziskanische Bewegung. Franziskus, der Sohn eines wohlhabenden Textilkaufmannes, der zügellos seine Jugend verbringt, verändert nach einer schweren Krankheit sein Leben und bestreitet es fortan vor den Toren Assisis in radikaler Armut. Der 27. März 1211 ist für Klara der letzte offizielle Auftritt als Adlige. Gemeinsam nimmt sie mit ihrer Familie an der Palmsonntagsprozession teil, bevor sie in der Nacht ihre Flucht aus dem Turmhaus in die Tat umsetzt. Vor den Toren Assisis warten bereits die franziskanischen Brüder und gewähren ihr Schutz. Dabei legt Klara gegenüber den franziskanischen Brüdern ein Gelübde ab. Das Kurzscheren ihrer Haare durch Franziskus besiegelt Klaras Versprechen.

 

Wie sah Klaras neues Leben aus?

Im April 1211 geht Klara in die Einsiedelei und erlebt dort erstmals ein Leben ohne den Schutz der Mauern. Junge Frauen, darunter auch ihre Schwester, schließen sich ihr an. Die zunehmende Schutzlosigkeit der Frauen veranlasst einen Umzug nach San Damiano, eine kleine Klosterkirche, die der Benediktinerorden den Schwestern zur Verfügung stellt und nur 800 Meter vor den Stadttoren Assisis unter dem Schutz des Bischofs steht. Die jungen Adelsfrauen sind es gewohnt, sesshaft auf engem Raum zu leben. Klosterstrukturen herrschen in dieser neuen Bewegung kaum vor. Schnell spricht sie die Arbeit der Schwestern herum und sie gewinnt für die Region an Bedeutung. Viele Menschen kommen mit ihren Sorgen und Nöten zu ihnen. Mit viel Geduld, Flexibilität und Einfühlungsvermögen gehen die Schwestern auf verzweifelte Mütter, Menschen in Ehekrisen, psychische Krankheiten, materielle Not und menschliche Konflikte ein. San Damiano lebt von der Stille. Daneben hoffen und vertrauen die Schwestern, dass die Stadt sie mit der Nahrung versorgt, die der eigene Garten nicht hergibt.
Den kirchlichen Oberhäuptern ist diese Form des Zusammenlebens unbekannt. Erst kurz vor ihrem Tod wird Klaras Bewegung offiziell vom Papst anerkannt und bietet den Schwestern nach Klaras Tod einen päpstlichen Schutz. Im Jahr 1247 verfasst Klara eine Ordensregel, um deren päpstliche Anerkennung sie bis kurz vor ihrem Tode ringt. Am 9. August 1253 wird Klaras Regel durch Papst Innozenz IV. bestätigt, zwei Tage später, am 11. August 1253 stirbt Klara. Ihre Heiligsprechung wird bereits im Oktober desselben Jahres in Gang gesetzt. Alexander IV. spricht Klara 1255 heilig. In der Kirche Santa Chiara in Assisi befindet sich der unverwesliche Leichnam Klaras bis heute.