Zur Geschichte von „St. Franziskus Xaverius“ Eilenburg
Die katholische Kirchengeschichte ist eng verbunden mit der historischen Entwicklung der Stadt Eilenburg.
Es war Bischof Arn von Würzburg, der 892 den christlichen Glauben in unserer Gegend verbreiten wollte, aber von den heidnischen Slawen umgebracht wurde. Mit dem Vordringen der deutschen Heere und mit ihnen auch der Missionare in das Land der Slawen setzte die Christianisierung um 900 ein. In der Folge wurden auf den Burgen die ersten Kapellen und Kirchen errichtet. Auf der Ilburg war es eine Holzkapelle, die dem heiligen Petrus geweiht wurde. Vor dem Burgtor wurde eine Kirche zu Ehren der heiligen Maria gebaut. In der Unterstadt entstand eine Kapelle, die dem heiligen Andreas und später mit der Einwanderung der Flamen dem heiligen Nikolaus geweiht wurde. In den folgenden Jahren entwickelte sich ein christlich katholisches Leben bis in die Zeit der Reformation. Der letzte katholische Pfarrer musste 1525 die Stadt verlassen und das ewige Licht erlosch in den Kirchen.
Erst mit dem Erwerb des Zscheppliner Schosses durch die Familie von Bender und die Heirat einer Tochter mit dem katholischen Grafen von Mengersen zog nach über 300 Jahren der katholische Glauben um Eilenburg wieder ein. Das Schloss erhielt seinen eigenen Geistlichen, der es ermöglichte, dass die etwa 40 bis 50 Katholiken, die im Zusammenhang mit der einsetzenden Industrialisierung in die Gegend um Eilenburg kamen, einen Gottesdienst feiern konnten. 1850 ging dieser aber wieder zurück nach Westphalen.
Der in Torgau ansässige Pfarrer Mellmann hörte von der Situation der Gläubigen in Eilenburg und beantragte beim Bischof in Paderborn einen eigenen Geistlichen für Eilenburg.
Am 17. Mai 1852 wurde der Missionar Arnold Krumme als neuer Hirte der Pfarrei Eilenburg eingesetzt. Sein erster Gottesdienst fand in der Friedhofskapelle des Stadtfriedhofs unter Teilnahme auch vieler evangelischer Christen und des evangelischen Kirchenchores statt. Zu diesem Zeitpunkt gab es etwa 100 bekennende Katholiken, von denen 60 regelmäßig den Gottesdienst besuchten. Später mietete die katholische Gemeinde einen Betsaal und eine Wohnung für den Pfarrer im Haus des Dr. Bernhardi. Auch diese Lösung war bald zu klein und ein Kirchbau wurde eine dringende Forderung.
In kürzester Zeit wurde auf einem inzwischen gekauftem Grundstück in der jetzigen Bernhardistraße eine Kirche errichtet, in der am 28.09.1854 die erste heilige Messe gefeiert wurde.